Als letztes Jahr Pokémon Pokopia angekündigt wurde, brannte zum einen das Internet – wie bei jeder neuen Pokémon Ankündigung, aber es gab auch einige Fans aus der Community die sich sehr über diese gefreut haben.
Der Wunsch nach einem neuen Pokémon Spiel, abseits von der Hauptreihe, gab es schon länger. Vor allem in der Bubble, in der ich unterwegs bin, gab es schon länger den Wunsch nach einem Pokémon Farming-Game. Es kam nicht selten vor das wir darüber fantasiert haben, wie solch ein Game aussehen könnte. Pokémon züchten, Obst und Gemüse anpflanzen, halt ein typisches Farming-Game. Umso mehr haben wir uns dann letztes Jahr über die Ankündigung gefreut.
Klar, Pokopia ist kein Farming-Game. Es beinhaltet aber Elemente, die in diese Richtung gehen. Hinzu kommt das es eben sogar noch viel mehr als das bietet, was wir uns von einem Spiel gewünscht hatten. Hier täuscht vor allem der erste Blick, denn das Spiel ist komplexer, als man auf dem ersten Blick vermuten mag.
Darum geht’s in Pokémon Pokopia
In Pokopia schlüpfen wir in die Rolle von Ditto, welches sich in einen Menschen verwandelt. Zumindest war Ditto stets bemüht bei der Verwandlung. Es ist irgendwie eine Mischung aus witzig, süß aber auch sehr verwirrend und dezent erschreckend.
Direkt zu Beginn begegnen wir Tangoloss, welches uns die ganze Story über begleitet und als eine Art Professor / Mentor dient, aber grundsätzlich irgendwo rumsteht und gefühlt nichts zum Geschehen beiträgt. Letztendlich ist das aber auch gar nicht so schlimm, immerhin haben wir so freie Hand und können selbst entscheiden wie wir was bauen.

Und da wären wir auch schon bei der Hauptthematik von Pokémon Pokopia. Wir befinden uns nämlich in der Region Kanto, welche allerdings durch irgendeine Katastrophe komplett zerstört wurde und nichts mehr so ist, wie es mal war. Ganze Gebiete zerstört, Menschen sucht man vergebens und auch Pokémon scheinen verschwunden zu sein oder verstecken sich zumindest. Tangoloss und Ditto sind da die Ausnahme, zumindest zu Beginn.
Unsere Aufgabe ist daher schnell klar. Wir müssen die Gebiete wieder aufbauen, bewohnbar machen und Pokémon aus ihren Verstecken locken. Nebenbei versuchen wir irgendwie herauszufinden, was mit den Menschen passiert ist bzw. wohin diese verschwunden sind. Dies wird hin und wieder auch von der Story aufgegriffen, grundsätzlich bekommen wir aber weitere Informationen von diversen Tagebüchern die die Menschen zurückgelassen haben, wo durch wir die ein oder andere Hintergrundinformation bekommen. Tatsächlich gibt es sogar einige Gegenstände wir wir sammeln können, die überall verstreut sind.
Neue Freunde finden und ganz viel bauen!
Die beiden hauptsächlichen Gameplay-Elemente sind das finden von neuen Pokémon und das Bauen. Immerhin ist Kanto zerstört und die Pokémon sind verschwunden, aber nicht ganz spurlos. So kommt es immer mal wieder vor das man über Spuren eines Pokémon stolpert, wodurch wir herausfinden können was für ein Habitat man bauen könnte.
Habitate in Pokémon Pokopia
Habitate sind in dem Spiel kleine Bereiche die wir entsprechend „gestalten“ um dadurch das jeweilige Pokémon zu bekommen. So können wir zum Beispiel einen kleinen Bereich mit vier Pflanzen oder vier Blöcke Gras errichten und schon haben wir unser Habitat. In diesem Bereich können dann diverse Pokémon spawnen. Dies kann jedoch unterschiedlich lange dauern. Einige Pokémon tauchen schon nach wenigen Minuten auf, andere hingegen lassen sich gerne mal etwas mehr Zeit. Bisaflor zum Beispiel hat sich bei mir ganze vier Tage Zeit gelassen bis es aufgetaucht ist und wenn ich von vier Tagen rede, meine ich vier richtige Tage, nicht in Game Tage!
Ja, die Zeit im Spiel ist an die echte Zeit gebunden. Hier kann man allerdings auch nachhelfen, indem man die Uhr auf der Nintendo Switch einfach manuell umstellt, so spult auch die Zeit im Spiel vor oder eben zurück. Ich persönlich wollte dies zu Beginn aber nicht machen, weil ich finde das dadurch vieles verloren geht. Letztendlich ist dies aber jedem selbst überlassen.
Neben dem Habitate bauen, können Spieler:innen fast die ganze Umgebung abbauen.
Das Abbauen & Bauen
Neben dem Ganzen Habitate bauen und Pokémon spawnen, sich mit denen anzufreunden und seine Zeit zu verbringen, haben Spieler:innen auch die Möglichkeit alles mögliche abzubauen. Hier sind tatsächlich fast keine Grenzen gesetzt. In Pokémon Pokopia kann man fast alles abbauen. Dazu zählen verschiedene Gesteinssorten, Erde, Sand, Erze, Bäume, Gemüse, Weizen und vieles andere. Hier muss man aber dennoch etwas aufpassen, denn nicht alles ist ohne weiteres direkt abbaubar. Ganz normale Blöche wie Holz, Sand, Erde oder auch Gestein bereiten einem keine sonderlich großen Probleme. Allerdings gibt es diverse Blöcke im Spiel, die sich nur durch spezielle Nahrung – die Spieler:innen bestimmte Buffs verleihen, abbauen lassen. Hier muss man aber auch ganz klar sagen das dies zu Beginn kein all zu großes Thema sein wird und das Spiel einen nach und nach an die ganzen Mechaniken heranführt.


Durch das Abbauen machen wir die einzelnen Blöcke natürlich nicht kaputt, diese landen auf dem Boden und warten nur darauf von uns aufgesammelt zu werden. Ähnlich wie bei einem Minecraft oder Dragon Quest Builders. Wir haben also jeder Zeit die Möglichkeit die aufgesammelten Materialien wieder irgendwo anders zu platzieren. So können wir eigene Berge, Wege oder auch Häuser aus Blöcken anfertigen.
Denn das Bauen ist ebenfalls ein sehr großes Thema und wenn man davon schon kein all zu großer Fan ist, wird vermutlich mit dem Spiel nicht sonderlich glücklich werden. Letztendlich besteht Pokémon Pokopia zu einem sehr großen Teil genau daraus, die Gegend wieder aufzubauen. Natürlich kann man die Story beenden, ohne großartig gebaut zu haben, aber wirklich viel Sinn ergibt das jetzt nicht.

Im Spiel gibt es auch eine Werkbank, mit der man die verschiedensten Anleitungen nachbauen kann. Anleitungen bekommt man zum Beispiel, wenn eine bestimmte Anzahl an Pokémon entdeckt wurden, über das Erkunden der Welt, von Pokémon selber oder auch über den PC im Item Shop, die dann allerdings auch etwas kosten. Apropos kosten – durch spezielle Aufgaben bekommt man Münzen, ähnlich wie bei Animal Crossing um Nook-Meilen zu sammeln.
Sollte man jedoch keine Lust darauf haben selbst Häuser mit Blöcken zu bauen, kann man auch auf die ganzen Baukits zurückgreifen, die am PC durch Münzen erworben werden können. Dieses brauchst du dann nur noch irgendwo, wo genügend Platz ist, zu platzieren, dann die benötigten Materialien hinzufügen und die angegebene Anzahl an Pokémon dem Baukit zuweisen. Hat man dies erledigt, kann auch direkt losgelegt werden und die Pokémon fangen an das Gebäude zu bauen. Hier sollte übrigens darauf geachtet werden, dass auch die entsprechenden Pokémon mit den benötigten Fähigkeiten vorhanden sind, aber das Baukit sagt den Spieler:innen sowieso welche Pokémon genommen werden können.





Das Bauen selber dauert dann eine Weile. Je nach Größe des Gebäudes können dies wenige Minuten sein oder sogar bis zum nächsten Tag dauern. Das Bauen eines Pokémon Centers bzw. reparieren dauert z.B bis zum nächsten Tag. Ist ja auch klar, das Gebäude ist nicht gerade klein!
Aufgaben von Pokémon erledigen
Abseits vom Bauen, mehr oder weniger zumindest, kommen unsere niedlichen Bewohner:innen mit Aufgaben zu uns. Dies können verschiedene Angelegenheiten sein. Manchmal wünscht sich ein Pokémon eine neue Bleibe z.B ein Haus, sucht bestimmte Items oder es sucht nach einem bestimmten Pokémon mit dem es vor einer geraumen Zeit mal befreundet war.
Ebenso kann man Pokémon nach ihrem Wohlbefinden fragen, um herauszufinden was sich die jeweiligen Bewohner:innen wünschen. Auch hier gibt es verschiedene Sachen die sich gewünscht werden können wie Essen, Spielzeug oder einfach ein gemütliches Bett.
Erfüllen wir die Aufgaben und Wünsche, so steigert sich das wohlbefinden der Pokémon, dadurch wiederum steigt sich das Umgebungsleven, welches unter anderem beeinflusst welche Items im Shop verkauft werden – und von denen gibt es einige.




Mein Fazit zu Pokémon Pokopia
Pokémon Pokopia ist das Game, welches ich unbedingt gebraucht habe. Das Gameplay ist im Vergleich zu anderen Games schön entschleunigt, es ist unfassbar niedlich und es macht einfach total viel Spaß die verschiedenen Habitate für sich zu entdecken. Stundenlang sich durch die Blöcke zu schlagen fühlt sich irgendwie belohnend an und nach und nach zu sehen, wie die Gegend immer mehr zu einem bewohnbaren Ort wird, fühlt sich sehr gut an.
Wer nach einem Game sucht, welches einen abschalten lässt, sich wohlig anfühlt und einiges an Content bietet, wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Die Pokémon sind teilweise richtig süß, es gibt unglaublich viel zu entdecken – nicht nur die Gegend selbst, auch die ganzen Anleitungen, Items und Pokémon die freischaltbar sind.
Ich glaube Pokopia hat das Potenzial viele Jahre die Spieler:innen bei Laune zu halten. Vor allem bietet das Game sehr viel Potential was neuen Content unteranderem auch die Story angeht.
