Wenn ich an Gothic 1 denke, dann erinnere ich mich an meine Jugend zurück. Ich musste gerade überlegen ob ich Kindheit oder Jugend schreiben soll, denn ich kann mich nicht mehr wirklich daran erinnern, wann genau ich das erste mal Gothic 1 auf meinem PC gestartet habe. Was ich jedoch weiß ist, dass es schon sehr viele Jahre zurückliegt. Ich war auf jeden Fall noch nicht volljährig und habe das Spiel nur durch Zufall entdeckt.
Wie dem auch sei. Ich möchte dich gerne auf eine kleine nostalgische Reise mitnehmen. Eine kleine Reise in meine Jugend, wo ich zum ersten Mal mit dem Spiel Gothic in Berührung kam. So viel sei gesagt, es war eine wundervolle Zeit.
Alles fing mit Gothic 2 an …
Meine erste Berührung mit der Spielreihe war nicht mit Gothic 1, sondern mit Gothic 2. Hatte das Spiel damals durch Zufall bei Saturn gefunden. Das Cover hat mich angesprochen, die Beschreibung fand ich sehr interessant und ich war sowieso auf der Suche nach einem neuen Game. Ich wollte unbedingt mal was anderes Spielen, als das was ich normalerweise zocke. Ein Game, in das ich Stundenlang eintauchen kann, mich mit meinem Charakter von Gegner zu Gegner und von Quest zu Quest schlagen muss. Mir war jedoch nicht so wirklich bewusst dass das Spiel einem nicht alles vorkaut. Früher war das sogar noch Normalität, dass man sich mit einem Game intensiv beschäftigen musste. Kann man heute auch noch machen, aber vieles ist doch vereinfacht und sehr vieles nimmt einem das Game dann doch ab. Das ist natürlich nichts schlechtes. Oft fehlt auch einfach die Zeit sich stundenlang mit einem Spiel zu beschäftigen ehe man ansatzweise versteht, um was es geht und wie das Game überhaupt funktioniert.
Bei Gothic war es immer so ein Mittelding. Es war nicht frustrierend schwer, aber es nahm Spieler:innen auch nicht komplett an die Hand. Ein bisschen selber nachdenken und erkunden sollte schon drin sein.
Mein Abenteuer mit dieser Reihe begann mit Gothic 2. Ich habe mir damals irgendwie auch nicht sonderlich viel gedacht. Ich hatte einfach nur Lust drauf. Also schmiss ich es in meinen PC und fing direkt an. An dieser stelle muss auch gesagt werden, dass das Spiel damals schon einige Jahre auf dem Buckel hatte. Das kam mir ganz gelegen, denn mein PC hätte neuere Games vermutlich gar nicht geschafft. Damals war übrigens auch schon Oblivion erschienen. Also müsste es nach 2006 gewesen sein, als ich meine ersten Schritte mit dem namenlosen Helden ging.
Zu meiner Schande habe ich Gothic 2 auch nicht direkt durchgespielt, dies geschah erst einige Jahre später, denn nach Gothic 2 kam ein anderes Spiel.
Von Gothic 2 zu Gothic 1
Meine ersten Schritte in Gothic 2 waren aufregend. Ich fand die Charaktere von Beginn an sehr interessant, mochte die Welt und das Gameplay an sich ebenso. Die Welt mochte ich allein deswegen schon, weil sie schön düster, brutal und ehrlich wirkte. Wer hätte erahnen können dass das Spiel die Zukunft zeigt.
Naja.
Den zweiten Teil spielte ich einige Stunden, kam aber nie über das erste Dorf, welches man als erstes erreichte, hinaus. Also klar, war auch abseits von diesem Dorf unterwegs, aber wirklich viel geschafft habe ich nicht. Ich fand es irgendwie interessant mich durch die Welt zu bewegen und das Dorf zu erkunden, mit jedem Charakter zu sprechen und diversen Gegnern den Hintern aufzureißen.
Eines Tages jedoch traf ich mich mit meinem Cousin. Wir waren in der Stadt unterwegs und befanden uns in einem Elektrofachhandel, wo es unter anderem ach PC Spiele gab. Dort fanden wir dann Gothic 1. Habe daraufhin natürlich sofort erklärt das ich den zweiten Teil schon Zuhause und angespielt habe. Ein ziemlich cooles, aber auch sehr düsteres Spiel. Letztendlich entschieden wir uns dafür, dass sich jeder das Spiel holt, war damals glaube ich für knapp 10€ zu haben, um uns darüber austauschen zu können. Die Vorstellung das Spiel zu zocken und jemanden zu haben, mit dem man sich über das was man erlebt hat auszutauschen, war einfach toll. Genau dies haben wir dann auch getan.

Gothic 1 fängt ganz anders an, als der zweite Teil. Irgendwie logisch so weit oder? Wir spielen einen Helden, der seinen Namen vergessen hat. Er wird zur Strafe in die Strafkolonie geworfen. Eine Kolonie die durch eine magische Barriere von der außen Welt abgeschirmt ist. Befindet man sich einmal in dieser Kolonie, so kommt man nicht mehr raus. Wir sollen einen Brief den obersten Feuermagier übergeben. Problem an der Sache ist, das nicht einfach Leute bei den Feuermagiern rein und raus spazieren können. Diese leben im Alten Lager, allerdings innerhalb einer Burg die nicht jeder betreten darf. Wie also kommen wir nun an die Wachen ran?
In der Kolonie selbst gibt es mehrere Lager. Drei größere Hauptlager um genau zu sein: Das Alte Lager, das Neue Lager und das Sumpflager. Jedes Lager hat einzigartige Charaktere und eigene Quests die Spieler:innen annehmen und lösen dürfen. Spieler:innen haben also die Wahl der Qual, welchem Lager der Charakter sich anschließt.
Und genau wegen diesen verschiedenen Lagern, den vielen verschiedenen Charakteren, ist das Spiel so unfassbar gut. Es gibt eine menge zu tuen, Spieler:innen können vieles entdecken und es wurde einfach nicht langweilig. Im Grunde könnte man sich sofort für ein Lager entscheiden und sich diesem anschließen. Allerdings haben wir uns damals dafür entschieden, dass wir uns Zeit lassen und uns nicht sofort für ein Lager entscheiden. Ich glaube wir haben am Ende sogar zwei verschiedene Lager gewählt.
Mit Gothic 1 hatte ich eine wundervolle Zeit
Ein neues Spiel, welches ich mit wem anderes zusammen erlebt habe, mit dem ich mich über das Game austauschen konnte, ohne irgendwelche Lösungen zu benutzen. Mit anderen Worten: Es war wundervoll. Man hat sich schon auf die Tage gefreut, um über die Abenteuer zu erzählen die man in der Kolonie erlebt hat. Aber nicht nur das! Wir haben uns natürlich auch untereinander geholfen. Wie bist du dahin gekommen? Woher hast du das bekommen? Wie wurdest du in das Lager aufgenommen? Vieles gemeinsam versucht, vieles selber ausprobiert und auch neues entdeckt. Eine Zeit, die es vermutlich so nie wieder geben wird.
Ich finde Games auch heute noch super. Ich liebe es zudem das Games teilweise zugänglicher geworden sind und das Spiel einem vieles abnimmt. Ein Gothic 1, wie es damals existiert hat, würde heute gar nicht mehr funktionieren. Hin und wieder starte ich das Spiel auch heute noch. Ich versinke dann für einige Minuten in Nostalgie und laufe mit dem Charakter durch die Gegend. Merke aber auch jedesmal, dass das Spiel ein gewisses Alter hat und das liegt nicht nur an der Grafik. Grafisch finde ich die Spiele sogar nicht vollkommen okay. Die Steuerung ist teils sehr schwammig. Früher ist einem das gar nicht so extrem aufgefallen. In der heutigen Zeit jedoch umso mehr.
Jedoch bleibt eins klar. Die Gothic Reihe ist Kult und keineswegs schlechte Spiele. Es sind weiterhin grandiose Games und umso mehr bin ich aufgeregter vor Morgen. Denn Morgen ist der 05.06.2026. Der Tag, an dem das Remake zu Gothic 1 endlich erscheint. Das was ich bisher gesehen habe, fand ich sehr überzeugend und hat mich unteranderem auch dazu bewegt, diesen Beitrag zu schreiben. Ich wollte dir einfach mal meine Gedanken, meine nostalgischen Erinnerungen mitteilen.
Mit Gothic 1 hatte ich damals eine wirklich schöne Zeit gehabt. Meine Kindheit und Jugend war zum größten Teil sowieso super, mit einigen Ausnahmen. Aber Gothic 1 ist ein Teil von meinem Leben, an das ich mich super gerne zurückerinnere. Vor allem auch, weil ich gerne damals Zeit mit meinem Cousin verbracht habe und es einfach sehr viel Bock gemacht hat, mit ihm dieses Spiel zu erleben. Bis heute liebe ich diese Synchronisation, vor allem weil ich mich an diese immer wieder zurück erinnere. Deshalb mag ich auch die anderen Spiele so sehr, weil die Synchro immer dieses gewisse Extra hatte. Sie ist nicht sauber, sie ist eher etwas dreckiger, grober, nicht so genau. Eins der vielen Dinge die ich an Games wie Gothic oder auch Elex mag.