Mit der aktuellen Anime Season bekam nun auch „Witch Hat Atelier“ einen Anime spendiert. Der Manga ging leider komplett an mir vorbei, desto überraschter war ich, als ich zum ersten Mal von dem Anime gelesen habe. Vor allem aber hat mich interessiert, was so alles in dieser Welt steckt. Erst recht nach dem Aussagen getroffen wurden, dass man etwas ähnliches wie Herr der Ringe erschaffen möchte. Das ist letztendlich eine ordentliche Ansage, umso neugieriger war ich wie der Auftakt des neuen Anime schlägt.

Die ersten beiden Folgen: Der Anfang einer langen Reise?

Witch Hat Atelier spielt in einer Welt, in der Magie nur von Hexer:innen gewirkt werden kann. Die Magie selbst ist für jeden „normalen“ Bürger ein großes Mysterium, da letztendlich keiner so wirklich weiß wie diese genau gewirkt wird, denn die Hexer:innen machen daraus eine große Verschlusssache: Wenn Hexer:innen Magie wirken, darf dabei nicht zugesehen werden.

Coco ist eine von denen, die sich sehr für Magie begeistern. Sie selbst kann keine Magie wirken, denn dies wird von Geburt an festgelegt, ob eine Person dazu imstande ist. Dennoch ist es ihr größter Wunsch, irgendwann selbst eine Hexe zu sein, um mit Magie anderen zu helfen.

Direkt zu Beginn sehen wir Coco, wie sie ihren täglichen Aufgaben nachgeht. Dabei bekommen wir auch direkt einen ersten Blick auf die wunder der Magie. Man merkt direkt, wie sehr sie von dieser begeistert ist.

Sie scheint ein relativ ruhiges Leben mit ihrer Mutter zu führen, in einem kleinen Dorf wo sich vermutlich jeder kennt. Ihr Leben jedoch ändert sich schlagartig, als sie die Gelegenheit bekommt, einem Hexer heimlich bei seiner Arbeit zu beobachten. Sie bringt dadurch in Erfahrung, wie Magie genau funktioniert. Sie lässt es sich natürlich nicht nehmen am Abend des selben Tages, dies auszuprobieren.

Coco versucht sich an Magie. Hat sich ihren Füller und ihre Tinte geschnappt, die sie damals von einem Magier mit Maske geschenkt bekommen hat.

Schließlich weiß sie nun, was das Geheimnis der Hexer:innen ist. Magie wird durch das Zeichnen von Symbolen mittels von Tinte gewirkt. Sie probiert hier und da einiges aus, aber es scheint erst nicht zu funktionieren. Bis auf einmal durch Zufall eine ihrer Zeichnungen vollendet wird und daraufhin was vollkommen magisches passiert.

Dies spornt sie natürlich an, es weiter zu versuchen. Schnell zückt sie das Buch, welches sie vor vielen Jahren von einem Magier geschenkt bekommen hat, um dort eine Zeichnung nachzuzeichnen.

Eine Szene wo Coco noch ein kleines Kind war, wie sie zum ersten Mal mit Magie in Berührung kommt und total begeistert von dessen Wirkung und Schönheit ist.

Jedoch handelte es sich bei dem Buch nicht um ein normales Buch mit irgendwelchen Zeichnungen ohne Bedeutung, sondern um Zeichnungen mit dunkler Magie und genau diese bekommt sie auch direkt zu spüren. Die Magie gerät außer Kontrolle und lässt ihre Umgebung nach und nach einfrieren? Etwas das nach Kristallen aussieht breitet sich immer weiter in ihrer Umgebung aus, lässt das Haus nach und nach in eine Art Kristall umhüllen. Noch rechtzeitig konnte Coco jedoch von einem Hexer, der zu vor im Laden ihrer Mutter war, gerettet werden. Dies gilt jedoch nicht für ihre Mutter, die unwissend vor dem Haus steht und sich fragt, was hier gerade passiert, bis sie ebenfalls von der kristallartigen Substanz erwischt wird.

Qifrey, so der Name des jungen Hexers, sieht sich gezwungen ihre Erinnerungen zu löschen. Es ist letztendlich Gesetz, dass das Geheimnis der Hexer:innen – wie Magie funktioniert, nicht ans Licht kommen darf. Viel zu gefährlich sei es, wenn alle Menschen wüssten wie man Magie praktiziert. Dies zeigte zumindest bereits die Vergangenheit.

Jedoch entschied sich Qifrey für einen anderen Weg. Er nimmt Coco mit sich, um sie zu einer Hexe auszubilden.

Witch Hat Atelier hat audiovisuell einiges zu bieten

Ich muss gestehen das ich zu Beginn nicht ganz überzeugt war. Was ich nicht abstreiten kann: Von Anfang an kann der Anime mit seinem visuellen Charme überzeugen. Witch Hat Atelier ist Visuell, allein vom Stil her, einer der schönsten Anime der letzten Jahre. Vom Charakterdesign, bis hin zu den Farben und der Umgebung. Eine gewisse Atmosphäre ist vorhanden, die allerdings in den ersten beiden Episoden noch nicht vollkommen auf mich übergehen konnte. Letztendlich sind es ja auch bisher „nur“ zwei Folgen die erschienen sind, in denen man ein Bruchteil von dem sieht – was den Anime am Ende ausmachen wird.

Als kurzer Hinweis am Rande: Ich habe den Manga nicht gelesen. Kann daher keine Vergleiche ziehen. Ich weiß daher auch nicht wie gut dieser gezeichnet ist und auch nicht wie gut dieser die Atmosphäre rüberbringt.

Was aber nicht zu leugnen ist: Die Animationen sind schön anzusehen. Auch die Effekte, wie Magie dargestellt wird, sind wirklich wunderschön dargestellt.

Allerdings hat der Anime nicht nur visuell viel Potential, sondern auch was den Sound und vor allem die Musik angeht. Diese passt nämlich unglaublich gut zum Anime und lässt Zuschauer:innen noch mal ein Stück mehr in die Welt eintauchen. Ich bin ja sowieso ein Fan von toller musikalischer Untermalung. Am Ende ist es genau dies, das mich an eine tolle Zeit mit einem Anime oder auch einem Game zurückerinnern lässt. Perfektes Beispiel wäre hier zum Beispiel Persona 5. Die Musik begleitet mich selbst heute noch, so viele Jahre nach Release des Spiels. Es genügen wenige Sekunden von der Persona 5 Musik, schon bekomme ich Lust auf das Game und Erinnerungen an die Zeit laufen durch meinen Kopf. Gleiches habe ich auch bei Blue Reflection: Second Light. Bei Anime gilt das ebenso. Naruto, Dragon Ball Z oder auch Bleach. Soundtracks die einem eben in Erinnerung bleiben, die einen sofort an den Anime, an das jeweilige Game bzw. an eine gewisse Szene aus dem jeweiligen Medium erinnern lassen.

Ich sehe hier ebenfalls sehr viel Potential, was die Musik anbelangt, denn diese ist wirklich unfassbar schön anzuhören und wie bereits erwähnt, diese passt sehr gut zur Atmosphäre. Finde das es gerade bei Witch Hat Atelier und ähnliche Anime sehr wichtig ist, dass die Musik mit dem visuellen gut harmoniert. Es gibt gewisse Anime, wo mir das relativ egal ist. Wo viel Action passiert, da liegt mein Fokus nicht so extrem auf die musikalische Untermalung. Hier jedoch, wo mehr die Atmosphäre im Vordergrund steht, weniger die Action – finde ich das schon sehr wichtig.

Mein Fazit zu den ersten beiden Folgen

Ich hatte relativ hohe Erwartungen an Witch Hat Atelier. Letztendlich kann man aber auch fairerweise sagen das man nach zwei Episoden nicht sagen kann, das sder Anime den Aussagen der Produzenten gerecht wird. Erwartet uns hier wirklich ein Epos vergleichbar mit Herr der Ringe? Schwierig zu sagen. Der Auftakt war auf zumindest solide.

Die Charaktere fand ich bisher sehr sympathisch, mit wenigen Ausnahmen. Die Animationen sind schön mit anzusehen und die Atmosphäre kommt gut zur Geltung, wenn auch noch nicht das ganze Potential ausgeschöpft wurde. Letzteres ist aber auch vollkommen okay und auch besser so. Wäre ja verrückt, wenn der Anime bereits alles in den ersten beiden Folgen ausgeschöpft hätte. So haben wir etwas, worauf wir uns jede Woche freuen können. Zusätzlich unterstreicht die Musik den Vibe sehr gut und lässt Zuschauer:innen nochmal mehr in den Anime eintauchen. Es passt einfach verdammt gut zum Thematischen.

Die Story jedoch wirkt auf dem ersten Blick nicht sonderlich komplex. Letztendlich muss ein guter Anime auch keine komplexe Story haben – wobei das natürlich jeder für sich selbst entscheiden muss, was einen guten Anime ausmacht – und auch hier muss man bedenken, dass in den ersten beiden Episoden von vielen, diese sich nicht komplett entfalten kann. Das ist lediglich mein erster Eindruck. Wir haben hier etwas was Geschehen ist, was nun gilt zu Lösen. Das Ziel steht also erst einmal fest, unsere junge Protagonistin will eine vollwertige Hexe werden, um somit ihre Mutter zu retten. Qifrey scheint seine eigenen Pläne zu verfolgen. Was genau dahinter steckt oder was genau seine Mission ist, können wir nur erahnen.

Bin auf jeden Fall sehr gespannt, was da noch kommen wird. Wie die Handlung weitergeführt wird, ob noch viel mehr dahintersteckt als das, was wir bisher sehen konnten. Vor allem bin ich auch sehr gespannt darauf, was uns Visuell in den kommenden Folgen erwarten wird.